Nach einigen bisherigen Events in Zagreb ist der European Collaboration Summit 2018 nach Mainz gewechselt und wird auch im nächsten Jahr (3.-5. Juni 2019) wieder dort stattfinden. Nicht von Microsoft, sondern von einem sehr engagierten Team aus der Community organisiert, zeichnete sich bereits vorab ein gut besuchtes Event mit interessanten Sessions und einem vielversprechenden Speaker Lineup ab.

Daher fiel die Entscheidung leicht, frühzeitig die Tickets zu buchen und die 220km ins sonnige Mainz zurückzulegen.

Im direkten Fahrwasser der SPC2018 in Nordamerika (21.-23. Mai 2018) und dem dazugehörigen Virtual Sharepoint Summit hatten wir nicht unbedingt weitere große Neuigkeiten erwartet, sondern waren eher darauf aus, strategischen Input für die Weiterentwicklung der Office 365 Plattform zu bekommen und möglichst viele interessante Use Cases und kreative Orchestrierungsmöglichkeiten der Services von den Microsoft MVP´s (engl. Most Valuable Professional „Höchstgeschätzter Experte“) und Ausstellern als Denkanstöße für unsere Projekte mitzunehmen.

In den zwei Konferenztagen in der direkt im Zentrum am Rhein gelegenen Rheingoldhalle wurden unsere Erwartungen nicht enttäuscht. Verteilt auf über 100 Sessions konnten wir aus einem breiten Portfolio auswählen: Von eher entwicklerorientierten Sessions mit einigen Coding-Beispielen über konkrete Anwendungsszenarien bis hin zu strategischen Inhalten war also alles dabei.

Die Keynote startete im ausverkauften Auditorium mit Dan Holme (Director of Product Marketing / Microsoft), quasi direkt von der SPC18 nach Mainz gekommen, der noch einmal die neuesten funktionalen Updates der Office 365 Welt und die strategische Sicht von Microsoft auf die moderne Arbeitswelt sowie das Office 365 Portfolio vorstellte. Hier waren auch schon die ersten neuen AI-Features zu sehen, die z.B. den Bildinhalt eines eingestellten Bildes automatisch analysieren und den Alt-Text dann mit diesen relevanten Informationen füllen, was im Ergebnis zu besserer Zugänglichkeit und Durchsuchbarkeit der Informationen führt.

Danach verteilten wir uns auf die verschiedenen Sessions, von denen über die kompletten 2 Konferenztage jeweils 6-7 gleichzeitig stattfanden, um möglichst viel Input zu bekommen.

Nur einige der Inhalte, die bei mir hängen geblieben sind, waren:

  • Compliance und DSGVO / GDPR mit Office 365
  • Erstellung und wichtige Konzeptpunkte eines Q&A Bots mit dem Azure Bot Framework
  • SharePoint 2019 Server und hybride Szenarien von SharePoint Online und SharePoint Server
  • Neueste Funktionen und Roadmap für Microsoft Teams
  • Modernisierung und Migration von Classic SharePoint Teamsites zu Modern Teamsites
  • Erstellung und Nutzung von Azure Functions
  • Auswertung der Office 365 Nutzung mit Bordmitteln und cleveren Tricks für die Optimierung
  • Gestaltungs- und Designoptionen für Modern Views in Office 365

…und noch viele mehr.

In den Pausen war immer wieder Gelegenheit, sich die im Foyer verteilten Aussteller mit Ihren Angeboten anzuschauen und mit anderen Teilnehmern ins Gespräch zu kommen.

Aber auch die „nicht-technischen“ Sessions lieferten wertvollen Input. Mike Fitzmaurice stellte mit einem sehr guten Storytelling, eher puristischen Folien und unter Einbeziehung des Publikums sehr anschaulich dar, worauf es ankommt, wenn möglicherweise sehr komplexe organisatorische Prozesse funktional strukturiert und digital abgebildet werden sollen. Und zwar so, dass sie durch die einzelnen teilnehmenden Zielgruppen gut zugänglich und bei notwendigen Anpassungen gut wartbar bleiben…und letztendlich zu einem Erfolg für die Zusammenarbeit im Unternehmen werden.

Mittlerweile bin ich schon ein wenig Fan seiner Vortragsweise geworden.

Patrick Guimonet zeigte in einer der letzten Sessions der Konferenz sehr gut strukturiert die möglichen Anhaltspunkte auf, nach denen zunächst die Analyse und dann die Tool-Auswahl und Orchestrierung der Office 365 Werkzeuge im Kundenprojekt erfolgen. Oft fühlen sich diese von der Fülle der möglichen Anwendungen und Funktionen überfordert und man sollte sich daher behutsam aber bestimmt einer zum jeweiligen Kunden passenden Lösung annähern.

Dabei immer wieder wichtig, und der aus meiner Sicht auch relevanteste Erfolgsfaktor, ist das Onboarding und die fortlaufende Unterstützung der Nutzer, denn da kann selbst die beste Implementierung oder die schönste Oberfläche nicht viel beitragen.

Das ist etwas, das wir in unseren Neuarbeiten-Projekten auch immer wieder prominent platzieren und dem Kunden nahelegen…und was auch hier in den meisten Sessions angesprochen wurde.

Digitalisierungsprojekte sind nur zu etwa 20% ein technisches IT Projekt. Der weitaus größere Teil wird von nicht-technischen Themen und deren Erfolgsfaktoren bestimmt, zu denen eben auch die Kommunikations- und Onboardingstrategie in digitale Lösungen und Prozesse gehört.

Wie meist bei solchen Konferenzen steckt der wichtigste Input „zwischen den Zeilen“, in einem „Augenzwinkern“ in den Vorträgen von MVP´s und Mitglieder der Office 365 Produktteams oder dem spaßigen Hinweis, dass in diesem oder jenem Admin-Menü noch jede Menge Platz für „hypotetical“ noch hinzukommende Einstellungen und Funktionen ist.

Als Erkenntnis dürfen wir aber auch mitnehmen, dass wir mit dem Neuarbeiten-Ansatz und den damit verbundenen Grundsätzen sehr gut aufgestellt sind, um unsere Kunden in bewegten Zeiten erfolgreich zu beraten und voranzubringen. Denn neben dem technischen Wissen um die Möglichkeiten, setzen wir genau auf die oberhalb der technischen Vorgänge liegenden Faktoren für einen erfolgreichen Einstieg und die zukunftssichere Weiterführung von Digitalisierungsprojekten, die auch hier immer wieder zitiert wurden.

Nicht nur vor Ort, sondern auch medial erzeugte der #collabsummit Aufmerksamkeit. Die Übersicht dazu wurde von einem der Konferenzpartner natürlich mit Microsoft PowerBI aufbereitet.

Nach einer Ein-Mann-Show-Einlage von Fitz in der Closing-Session, ging völlig zu Recht ein großer Dank an das Kern-Team der Organisatoren, die dieses Community-Event mit viel Einsatz auf die Beine gestellt haben.

Neben einer Verlosung der Sponsoren gab es daher auch gleich die Ansage des nächsten ECS2019 …wieder in Mainz…mit besserem WLAN *Augenzwinker. Ich denke, wir werden wieder mit dabei sein.